Illustration zum Thema Auszeit nehmen.

Selbsthilfe
6. Auszeit nehmen

Stopp, atme und höre zu

 

Das mag vielleicht zu einfach klingen, lässt sich aber schnell lernen.

Negative Emotionen – wie Stress, Angst oder Frustration – können manchmal überwältigend sein. Wenn sie Überhand nehmen, fällt es schwer, an etwas anderes zu denken, und es kann sich anfühlen, als wärst du in einer Endlosschleife gefangen. In solchen Momenten scheint der Kopf zu rasen, und es gibt keinen klaren Ausweg. Genau hier kommen Entspannungstechniken und Achtsamkeit ins Spiel. Sie helfen dir, mit diesen intensiven Gefühlen umzugehen, indem sie dir Werkzeuge an die Hand geben, um sowohl deinen Körper als auch deinen Geist zu beruhigen.

Stress hängt nicht nur von äußeren Ereignissen ab – sondern auch davon, wie du sie wahrnimmst und darauf reagierst. Entspannungs- und Achtsamkeitstechniken setzen genau hier an. Sie unterbrechen den Stresskreislauf auf verschiedenen Ebenen – in deinen körperlichen Reaktionen und Empfindungen, deinen Gefühlen und deinen Gedanken (physiologisch, emotional und kognitiv). So kannst du die Kontrolle zurückgewinnen und die Anspannung in Körper und Geist lösen.

Alles auf einen Blick                                                                                    

Durch regelmäßige Achtsamkeits- und Entspannungsübungen trainierst du dein Gehirn und deinen Körper, mit Stress effektiver umzugehen. Mit der Zeit führt dies zu:

  • Weniger körperlicher Anspannung und weniger stressbedingten Symptomen (wie Kopfschmerzen oder Verdauungsproblemen)
  • Mehr emotionaler Ausgeglichenheit und Kontrolle in schwierigen Situationen
  • Besserer Problemlösungsfähigkeit, da dein Geist nicht von Stress getrübt ist
  • Erhöhter Resilienz – du erholst dich schneller von Stress und fühlst dich selbstbestimmter

 

Diese Techniken helfen im Wesentlichen dabei, den Stresskreislauf zu durchbrechen, sodass du Herausforderungen mit mehr Klarheit, Ruhe und Selbstvertrauen begegnen kannst.

Deinen eigenen Weg zu Entspannung und Achtsamkeit finden

Jeder Mensch ist einzigartig, und nicht jede Methode funktioniert für jeden gleichermaßen. Manche Menschen finden tiefe Atemübungen besonders hilfreich, während andere bewegungsbasierte Praktiken wie Yoga bevorzugen. Der Schlüssel liegt darin, verschiedene Entspannungs- und Achtsamkeitstechniken auszuprobieren, bis du diejenigen findest, die am besten zu dir passen.

Wie jede andere Fähigkeit erfordert auch der Weg zu den gewünschten Vorteilen – wie weniger Stress, bessere emotionale Regulation und klareres Denken – 

regelmäßige Übung. 

So wie das Training im Fitnessstudio den Körper stärkt, verbessert das konsequente Anwenden von Entspannungs- und Achtsamkeitstechniken deine Fähigkeit, mit Stress umzugehen.

Hier sind vier Methoden, die von einfach bis komplex reichen und dir dabei helfen können, diese Ziele zu erreichen. Falls du Unterstützung beim Ausprobieren möchtest, findest du unten Links zu jeder Methode.

1. Tiefes Atmen (Einfach)

Eine einfache, aber kraftvolle Methode, um das Nervensystem zu beruhigen, ist tiefes Atmen. Es verlangsamt die Herzfrequenz und reduziert Anspannung. Eine beliebte Technik ist die 4-7-8-Atemtechnik:

 

  1. Atme tief durch die Nase für 4 Sekunden ein.
  2. Halte den Atem für 7 Sekunden an.
  3. Atme langsam durch den Mund für 8 Sekunden aus.
  4. Wiederhole dies für ein paar Minuten.                                             

 

Beispiel: www.youtube.com/watch

2.Progressive Muskelentspannung (Mittel)

Diese Methode beinhaltet das Anspannen und anschließende Entspannen verschiedener Muskelgruppen, um körperliche Spannungen, die durch Stress verursacht werden, zu lösen. So übst du:

 

  1. Beginne an deinen Füßen – spanne die Muskeln für 5–10 Sekunden an und entspanne sie dann.
  2. Arbeite dich über die Beine, den Bauch, die Arme bis hin zu den Schultern vor.
  3. Achte darauf, wie sich jeder Bereich deines Körpers anfühlt, während du ihn entspannst.                 

Beispiel: www.youtube.com/watch

3. Achtsamkeitsmeditation (Mittel)

Achtsamkeitsmeditation konzentriert sich darauf, im Moment präsent zu sein, ohne zu urteilen. Eine einfache Möglichkeit, zu beginnen:

 

  1. Setze dich bequem hin und richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem.
  2. Nimm die Gedanken wahr, die aufkommen, aber gehe nicht auf sie ein – bringe deine Aufmerksamkeit einfach sanft zurück zu deinem Atem.
  3. Übe für 5–10 Minuten und verlängere die Dauer allmählich. 

Beispiel: https://www.youtube.com/watch?v=-nfVkL9QbXo

 

Eine weitere nützliche Achtsamkeitstechnik 

ist die 5-4-3-2-1-Erdungsübung, die hilft, die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment zu richten:

  • 5 Dinge, die du sehen kannst
  • 4 Dinge, die du fühlen kannst
  • 3 Dinge, die du hören kannst
  • 2 Dinge, die du riechen kannst
  • 1 Ding, das du schmecken kannst

 

Diese Methode ist besonders hilfreich, um Angst oder Stress in überwältigenden Situationen zu bewältigen.   

Beispiel: www.youtube.com/watch

4. Geführte Visualisierung (Fortgeschritten)

Diese Technik beinhaltet das Vorstellen von beruhigenden Szenen, um deine Denkweise und emotionale Verfassung zu verändern. Zum Beispiel:

 

  1. Schließe die Augen und stelle dir einen ruhigen Strand vor.
  2. Nutze deine Sinne – höre die Wellen, spüre die Wärme der Sonne, rieche die salzige Luft.
  3. Bleibe in diesem mentalen Raum, während der Stress langsam verblasst.                                                    

Beispiel: www.youtube.com/watch

Andere Möglichkeiten, Unterstützung zu finden

Falls du dir unsicher bist, wo du anfangen sollst oder zusätzliche Hilfe benötigst, gibt es viele Wege, um Entspannungsmethoden zu entdecken:

Apps & Online-Programme

  • Headspace – Eine benutzerfreundliche App mit geführten Meditationen und Atemübungen.
  • Calm – Bietet Entspannungstechniken, Schlafgeschichten und Werkzeuge zur Stressbewältigung.

Bücher

  • Atem: Die neue Wissenschaft eines verlorenen Wissens – James Nestor (Erforscht die Wissenschaft und Kraft von Atemtechniken)

YouTube-Kanäle

  • UCLA Mindful Awareness Research Center – Evidenzbasierte geführte Meditationen und Achtsamkeitspraktiken.
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Fazit

Beginne mit etwas Einfachem, bleibe konsequent und probiere verschiedene Methoden aus, um herauszufinden, was für dich am besten funktioniert. Dies sind nur einige Beispiele, und es gibt viele andere Techniken, die du entdecken kannst. Wenn du regelmäßig übst, werden Entspannung und Achtsamkeit immer natürlicher, wodurch du Stress mit mehr Leichtigkeit und Selbstvertrauen bewältigen kannst.

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Illustration von zwei Sprechblasen.